Geschafft! Die Europäische Kurzbahnmeisterschaften waren ein voller Erfolg für mich, wobei ich natürlich nie allein nach der Metallfarbe gehe, sondern immer reflektiere, was wie gelaufen ist. Sonst könnte ich nie etwas verbessern. Mein Job ist es, meine Leistungen zu steigern, und wie viele andere Menschen auch, will ich meinen Job gut machen. Das ist mir wichtig.

Die EKM stellen den Höhepunkt der Wintersaison für uns Spitzenathleten im Schwimmsport dar. Wie jedes Jahr beginnt das Training dafür im Spätsommer. Dann wechseln wir von der Langbahn auf die Kurzbahn und stellen unser Können auf 25m-Bahnen unter Beweis. Ich selbst empfinde die Kurzbahn-Saison immer entspannter, was vor allem daran liegt, dass die Kürze der Bahnstrecken weniger Kraft bedürfen. Dafür muss man vermehrt an seiner Technik und Taktik arbeiten. Ich brauche nur ca. fünf bis sechs Armzüge auf der kurzen Srecke und muss daher meine Wenden an den anderen Rhythmus gekonnt anpassen. Das hat dieses Mal zum Beispiel nicht ganz so hingehauen, wie es sein sollte. Und das ärgert mich dann natürlich auch.

Außerdem arbeiten wir an einer anderen Atmung. Denn bei einer Distanz von 400m bin ich ca. 180m nur unter Wasser. Für mich fühlt sich das Rennen durch die vielen Wenden und die langen Gleitzeiten unter Wasser bedeutend schneller an, als auf der Langbahn. Ich komme bei den Kurzbahnrennen daher immer mehr schnell in ein Flowgefühl. Was ich besonders bei den Kurzbahnmeisterschaften mag, ist die sensationelle Stimmung am Beckenrand. Hier versammelt sich die Menge rund ums Becken und unterstützt mit grandiosen Zurufen über die ganze Strecke hinweg. Das hat schon was.

Ich freue mich jetzt auf jeden Fall über einen weiteren erfolgreichen Wettkampf auf dem Weg nach Rio. Nach der WM war Netanya noch mal eine gute Bestätigung für mich und zeigt mir, an welchen Stellschrauben noch gedreht werden kann.