Für mich gehört das „Kopf“-Training zum Training als Gesamtpaket dazu. Ich habe viel über sportpsychologische Methoden und mentales Training für mich selbst mitnehmen können. Vor allem die Qualität meiner Trainings- und Wettkampfphasen hat sich dadurch enorm verbessert. Wenn ich mich über den Kopf regulieren kann, bin ich physisch bedeutend entspannter. So ist jeder Wettkampf beispielsweise für mich die Belohnung nach einer anstrengenden Trainingsphase. Im Kopf treibt mich das an, ich benutze das Belohnungsbild zur Motivationssteigerung. Beim Wettkampf kann ich all meine Ressourcen freisetzen und zeigen, was ich mir erarbeitet habe. Der Wettkampf macht meine Leistung messbar, also muss er für mich im Kopf positiv besetzt sein. Eine Blockade im Kopf würde mich körperlich lähmen. Die Folge wäre ein eindeutiger Leistungsabfall. Ich komme immer wieder an einen Punkt, wo ich weiß, dass der Kopf jetzt noch mal mehr Aufmerksamkeit braucht. Besonders großen Wert lege ich immer wieder auf das Schwimmen meiner Königsdisziplinen in der Vorstellung. Durch das klassische mentale Training trainiere ich meine Bewegungen allein mittels eines inneren Films. Ich führe dann jede Bewegung nur in Gedanken aus: den Start, jeden Armzug, jeden Beinschlag, jede einzelne Wende. Wenn ich im Kopf die 200 m Brust trainiere, „schwimme“ ich fast exakt die gleiche Zeit wie in der tatsächlichen Aktion. Das finde ich immer total verrückt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Wirksamkeit von Mentaltraining sehr groß ist. Für mich gehört es zum Training dazu wie Techniktraining, Athletik- und Konditionstraining auch.