Das neue Jahr hat für mich mit einem Trainingslager begonnen. Vom 01. bis 11. Januar 2016 war ich mit dem Hessischen Schwimmverband im Trainingscenter T3 (Tenerife Top Training) auf Teneriffa, um nach der Weihnachtspause mit einem fundierten Grundlagentraining zu beginnen. Die frühen Trainingscamps beginnen saisonbedingt immer mit Ausdauertraining. Ziel eines solchen Trainingslagers ist es, die Schwimmeinheiten gut zu überstehen. Ich bin dieses Mal auf insgesamt 105 km gekommen, eine Zahl, die Außenstehende immer stark beeindruckt, aber im Schwimmsport durchaus noch getoppt werden kann. Für mich war das ein guter Schnitt. Neben den Wassereinheiten kann jeder Schwimmer noch Krafttraining machen, Athletiktraining einbauen oder laufen gehen, sollte ihm das Ausdauertraining im Wasser noch nicht reichen. Ich habe die Wassereinheiten mit etwas Kraftraining ergänzt. Letzteres führe ich immer eigenständig nach meinem eigenen Trainingsplan durch, die Wasserpläne hingegen sind angeleitet und werden von erfahrenen Trainern betreut.

Warum eigentlich im Trainingslager trainieren?

Ich werde immer wieder gefragt, warum man eigentlich ins Trainingslager fährt und was ich daran mag und was nicht. Ich persönlich fahre immer wieder gern ins Trainingslager, weil es mir dort möglich ist, mich völlig abgeschirmt aufs Training zu konzentrieren. Die Ablenkung ist gering, weil wir vor Ort in einer eigenen Anlage mit hochwertiger Ausstattung inklusive Strömungskanal trainieren und in Hotels untergebracht sind, wo wir rundum verpflegt werden. Zudem ist der Tag von morgens bis abends durchstrukturiert. Ich komme ja dahin, um intensiv zu trainieren, also halte ich mich auch den Plan. Außerdem ist es toll zu erleben, wie sich ein solches intensives Training auswirkt: Meine Zeiten sind dort immer besser als zu Hause, ich schwimme immer schneller im Trainingslager als zu Hause im Training und ich regeneriere im Trainingslager deutlich schneller. Das fokussiert mich. Und ich genieße es, mich um nichts anderes kümmern zu müssen. Sogar zum Physiotherapeuten kann ich, wann ich will, ich muss mich nur in eine Liste eintragen. Allerdings ist das keine Wellness-Auszeit. Nach solchen Trainingseinheiten tut jede Massage ordentlich weh, dafür regeneriere ich dadurch, wie selten.

Im Trainingslager stimmt fast alles für mich

Das einizge was ich nicht so mag, ist das Hotelessen. Nach sechs, sieben Tagen habe ich immer den Eindruck, alles schmeckt gleich, obwohl die Hotels wirklich gutes Essen anbieten. Das liegt einfach an mir und meinen Geschmacksnerven. Dieses Mal waren wir aber auch einen Abend in einem Restaurant in Strandnähe essen. Das war eine schöne Abwechslung vor herrlicher Kulisse. So was genieße ich sehr. Aber wie immer freue ich mich dann auch wieder, wenn es nach 10 Tagen nach Hause geht. Ich merke jedes Mal, dass doch mehr „Daheim“-Gene in mir sind, als „Weltenbummler“-Gene.

Weitere Vorbereitungen für Rio angehen

Im nächsten Halbjahr stehen weitere Traingslager für die Vorbereitung auf Rio auf dem Programm. Im Mai fahre ich wahrscheinlich noch mal für 10 Tage weg. Da werden dann weniger Grundlagen, dafür mehr Intenisveinheiten trainiert. Und sollte die Qualifikation für Rio so klappen, wie geplant, fliege ich im Juli vor der Olypmiade noch ins Trainingslager nach Florianopolis/Brasilien. Aber bevor die heiße Phase ansteht, geht es jetzt erst einmal für mich zurück ins Nordbad nach Darmstadt.

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