Die Vorbereitungen für Rio sind für mich jetzt in vollem Gange. Dazu gehört das Schrauben an vielen einzelnen Stellen. Dabei ist es nicht allein mit einem guten Training getan, sondern auch die Ernährung spielt in diesen Wochen für mich eine wichtige Rolle, um eine Leistungsoptimierung zu fördern. Wie bereits in einem anderen Blogbeitrag berichtet, habe ich 2013 aufgrund meiner Unverträglichkeiten meine Ernährung komplett umgestellt. In der trainigsintensiven Wettkampfvorbereitung halte ich mich streng an eine ausgeklügelte Ernährung. Dazu zählt derzeit für mich, dass ich mich glutenfrei ernähre. Das macht sich in harten Trainingsserien ganz besonders bemerkbar. Früher hatte ich in solchen Phasen wiederholt Magenkrämpfe und richtige Bauchschmerzen. Das hat sich deutlich gebessert. Darüber hinaus verzichte ich auf Eier und Süßigkeiten, versuche vermehrt Gemüse und Obst zu essen, und nehme diverse Nahrungsergänzungsmittel. Damit habe ich im Herbst 2015 begonnen.

Besseres Training dank Aminosäuren

Vor allem der Einsatz von Aminosäuren fördert meiner Meinung nach einen eindeutigen Leistungserhalt. Ich habe dadurch zum Beispiel das Gefühl, im Training oft 110% geben zu können. Erschöpfungssymptome bemerke ich kaum. Außerdem habe ich kürzlich eine sogenannte Mikronährstoffanalayse durchführen lassen. Dabei wurde zum Beispiel festgestellt, dass ich trotz der Zufuhr von Aminosäuren sehr niedrige Werte für dieselbigen aufzuweisen hatte. Mir wurde gesagt, dass bei Leistungsumfängen, wie ich sie durch Training und Wettkampf erreiche, der Verbrauch von Aminosäuren derart hoch ist, dass trotz Ergänzung kaum Reserven vorhanden sind. International werden wir als Spitzesportler daher in Sachen Ernährung begleitet.

Neben den Aminosäuren führe ich Spurenelemente zu, nehme Omega-3-Fettsäuren ein sowie Magnesium. Dafür wurde für mich ein individuelles Pulver zusammengestellt, das mir sehr gut bekommt und eindeutig meine Leistungsfähigkeit unterstützt. Früher habe ich oft bei aufkommendem Hungergefühl gedacht, ich ess jetzt einfach irgendwas, das wird schon passen. Rückblickend war das eindeutig der falsche Weg. Ich freue mich daher sehr, dabei von Fachleuten wie Ernährungsberatern und AM Sport betreut zu werden.

Leichter durchs Wasser mit weniger Kilos

Darüber hinaus habe ich Anfang 2016 zweimal eine Gewichtsreduzierung durchgeführt. Ich hatte einfach den Eindruck, dass ein paar Kilo weniger mir gut tun könnten. Mit einer speziellen Ernährung verlief die Gewichtsabnahme sehr erfolgreich. Dabei musste ich jedoch aufpassen, nicht zu viel abzunehmen, weil dies zu einem Verlust des Kraftvermögens führen kann. Auch die Wasserlage verschlechtert sich dadurch und ich verliere an Pufferzone für die Regeneration. So behalte ich Reserven, sollte ich einen Infekt bekommen oder im Training in harten Belastungsphasen unterwegs sein. Das ist sehr wichtig.

Jetzt konzentriere ich mich bis zu den Olympischen Spielen weiter auf einen gezielten Ernährungsplan. Ganz wichtig ist mir dabei z. B. auch ein gutes Mittagessen zwischen meinen Trainingsphasen, bei dem ich mich immer ideal erholen kann. Und wie auf jedem Wettkampf werde ich nach Rio wieder mit einer eigenen Essenstasche unterwegs sein (siehe Bild oben). Bis zum Rand ist die dann mit glutenfreien Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln gefüllt. Vor allem fürs Frühstück sehe ich zu, genügend Proviant mitzunehmen, weil ich da immer ein bisschen wählerisch bin, da vor Ort beim Frühstück nicht immer eine gute Auswahl an speziellen Lebensmitteln für Allergiker angeboten wird. Beim Mittag- und Abendessen hingegen finde ich eigentlich immer eine Alternative für meine Unverträglichkeiten.

Ihr seht, in Sachen Leistungsoptimierung wird nichts ausgelassen. So zeichnet sich der Spitzensport nicht nur durch Sieg und Niederlage, Podestplätze und Training aus, sondern auch durch Optimierungskünste der besonderen Art, die bis auf den gedeckten Tisch reichen.